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Sehnsucht

Ich vermisse Deutschland so sehr. Ich vermisse meine Familie und meinen Freund. Ich habe so schreckliche Sehnsucht nach Dingen, die mir vertraut sind. Alles hier ist so neu. Es ist aufregend, aber auch anstrengend.

Mein Freund fehlt mir. Was er wohl gerade macht? 

Die neun Stunden Zeitdifferenz lassen mich immer wieder spüren wie weit ich von all' den Menschen, die ich liebe entfernt bin. Und ich lebe in einer völlig anderen Welt als sie. Ich bekomme nicht mehr mit, was sich in Deutschland abspielt, denn ich lebe hier, auf der anderen Seite der Welt, ein völlig anderes Leben und auch das Leben meiner Freunde in Deutschland geht weiter. Manchmal kommt es mir vor, als wäre das alles hier für immer. Als hätte man mich fortgeschickt und als würde man mich nun nicht mehr an dem Leben der anderen teilhaben lassen.

Ich vermisse die ganze Vertrautheit, denn hier muss ich mich völlig neu einfinden. Das fordert viel Energie, die ich momentan einfach nicht mehr habe.

 

Hier niemanden wirklich zu kennen ist schlimm.

Ich habe solche Sehnsucht. 

1 Kommentar 11.9.09 06:01, kommentieren

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Wo gehöre ich hin?

Heute war mein erster Schultag. Ich muss sagen, dass ich nicht sonderlich aufgeregt war. Allerdings war der heutige Tag trotzdem nicht der beste.

Als ich heute morgen aufgewacht bin, habe ich mir fest vorgenommen hochmotiviert zu sein und auf andere Leute zuzugehen, aber es hat sich einfach nicht ergeben. Es ist nicht so, dass ich nicht wollen würde, aber mir ist niemand begegnet, der mein "hi" auch nur annähernd sympathisch erwidert hat. Das hat mich ziemlich enttäsucht, denn schon vor Tagen habe ich mich auf den ersten Schultag gefreut, weil ich der festen Überzeugung war, ich würde jemanden kennen lernen. Dass ich nicht gleich am ersten Tag meine besten Freunde hier finden würde ist mir klar, aber ist es denn so schwer, wenn man nett angesprochen wird ebenfalls freundlich zu sein?

Nach der Schule bin ich mit zu meiner Freundin nach Hause, weil ich stets versuche möglichst lange von meinem "zu Hause" fern zu bleiben. Erst fühlte ich mich wohl und war ziemlich froh etwas Abwechslung zu haben, aber dann kehrte es sich ins Negative.

Es war halb 6 und wir wurden zum Dinner gebeten. Meine Freundin fragte, ob ich mit essen dürfte und ein "ja, natürlich" erwartend wollte ich mich bereits setzten, als ihr Gastvater sehr ernst sagte, dass er und seine Frau sehr enttäuscht und entsetzt gewesen seien, dass ich mich das letzte Mal nicht für das Essen bedankt hätte und das dies das letzte Mal sein würde, dass ich mit ihnen essen dürfte. Und all' dies sagte er meiner Freundin und NICHT mir, obwohl ich direkt neben ihr stand. Es war wir ein Schlag ins Gesicht und, dass er mit ihr redete und nicht mit mir fühlte sich an als ob ich es nichtmal mehr wert sei mit mir zu reden. Ich hatte einen dicken Kloß im Hals und mir stiegen die Tränen ins Auge, denn damit hatte ich sicher nicht gerechnet.

Beim Essen war ich sehr still und mir schossen tausend Gedanken durch den Kopf und bei jedem einzelnen hatte ich das Gefühl aufstehen und davon rennen zu wollen. Ich fühlte mich einsamer als je zuvor, denn mir kam es so vor als läge alles an mir. Als wolle mich einfach niemand bei sich haben.

Auf dem Nachhauseweg flog eine Gruppe Zugvögel über mich hinweg. Ich schaute hinauf und überlegte wie schön es sein müsse ein Vogel zu sein uns einfach wegfliegen zu können. Zusammen - in dieser riesigen Gruppe. Ich ging weiter und einige Minuten später flog ein einzelner Vogel über mich hinweg, der den Anschluss verpast haben musste und mir wurde bewusst, dass ich im Moment einer dieser einsamen Vögel bin, die sich verirrt hatten und nicht mehr wussten wo sie hingehören.

Und genau DAS ist mein Problem: Ich weiß nicht mehr wo ich hin gehöre. Gestern noch wollte ich wieder zurück nach Deutschland. Zu meiner Familie, zu meinem Freund... - und nun? - ich weiß nicht ob ich zurück möchte. Ich fühle mich heimatlos.

Ich glaube ich bin dabei zu entdecken WER ich bin!

10.9.09 06:20, kommentieren

Allein gelassen

Ich fühle mich schrecklich. Ich fühle mich allein gelassen und habe NIEMANDEN, der mich mal in den Arm nimmt und tröstet. Schon jetzt vermisse ich meine Familie und meinen Freund so sehr, denn hier fühle ich mich kein bisschen wohl. Am Flughafen wurde ich nur von meinem Gastvater und den Kindern abgeholt und von diesem Moment an, dem Moment dieser allerersten Begenung, wurde mir klar, dass hier alles anders sein würde als zu Hause. Ich wurde nicht richtig begrüßt, nicht vorgestellt und ich kam mir völlig überflüssig vor, wie eine dazwischen geschobene Sache.

Wir holten meine Gastmutter von der Arbeit ab, denn sie half ihren Eltern an deren indischem Imbisstand aus. Und ich stand dort - zwischen all' den Menschen - in dem Gewühl und niemand beachtete mich. Es roch fettig und war tierisch warm. Ich war müde und erschöpft. Zu viel für mich. Ich hatte schon länger nichts mehr getrunken und mir war schwindelig.

Jetzt, einige Stunden später, wo ich hier im Bett sitze und nicht schlafen kann, wird mir erst bewusst, dass hier niemand für mich da ist. Ich bin so furchtbar weit weg von zu Hause. Mir fehlt die Liebe, die ich von meinem Eltern bekomme. Das alles war so kühl, dass es mir schon wieder unwirklich vorkam. Ich sitze hier weinend und bräuchte jemanden, der mich fest im Arm hält und einfach nur bei mir ist...aber da ist niemand.

Und so sitze ich nun in meinem Zimmer und bezweifle, dass die Entscheidung, ein Auslandsjahr zu machen, richtig war.

Ich glaube ich packe das nicht! 

4 Kommentare 9.9.09 07:31, kommentieren